Wortloses Gespräch

Manchmal sind wir im Umgang miteinander ja einfach unbeholfen. Sie, Ihr, ich – jeder. Ein Beispiel. Vor Kurzem stand an der Supermarktkasse vor mir ein junger Kerl, Student vielleicht. Er nickt so lange grüßend in Richtung Nachbarkasse, bis ihn ein dort ebenfalls wartender Freund (eher: ein Bekannter) – vielleicht auch Student – endlich bemerkte. “Ah, Tach”, sagte der Spätmerker, “Hi” der Nickende. Die Zwei sahen sich noch einige Male lächelnd und nickend an, doch ein Gespräch mit Worten mochte so recht nicht aufkommen.

Als der Spätmerker bezahlte hatte, zögerte er kurz; man konnte ihn geradezu denken sehen. Dann tapste er die wenigen Schritte auf den Freund-Bekannten zu, wollte ihm nach dem wortkargen Gespräch zumindest noch die Hand reichen und ein schönes Wochenende wünschen. Dabei fiel ihm leider ein frisch erworbenes Gurkenglas aus der Tasche, knallte auf den Boden und zerschellte. Der Spätmerker zog ein Gesicht, als habe er in eine saure Gurke gebissen und blickte peinlich berührt zum Nickenden hinüber. Der zuckte mit den Schultern. Und nickte wortlos.

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